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Nach der FIFA gibt es nun auch Kritik von der Stiftung Warentest an fest­ge­stell­ten Si­cher­heits­ri­si­ken in mehreren Stadien, die auch durch die Fuss­ball­welt­meis­ter­schaft 2006 genutzt werden. Nun ist solch ein Groß­er­eig­nis, bei dem auch viel Geld verteilt wird, nicht nur Anlass, sondern auch Ge­le­gen­heit. Insoweit sei die Frage erlaubt, warum ei­gent­lich erst jetzt, quasi kurz vor Tores­schluss, derartige Un­ter­su­chun­gen? Die Män­gel­lis­te, besonders für das Zen­tral­sta­di­on Leipzig, ist um­fang­reich. Sollten diese auch noch partiell zutreffen, ist die dem Bau und Be­trei­ber­kon­zept zugrunde liegende Si­che­rungs­kon­zep­ti­on man­gel­haft, weil auf feh­ler­haf­ten Annahmen begründet.


Erste Er­klä­run­gen im MDR am 10.01.2006 lassen dies vermuten. Er­schre­ckend ist die Stel­lung­nah­me des Chefs der Be­trei­ber­ge­sell­schaft Leipzig. Er sieht ver­ein­facht und zu­sam­men­ge­faßt keinen Hand­lungs­be­darf und will erst mal abwarten, wie die Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der Stiftung Warentest ausgehen. Das Stadion "sei absolut sicher". Das waren nicht nur un­glück­li­che For­mu­lie­run­gen, das war eine Ein­stel­lung und Ausdruck von In­kom­pe­tenz, denn absolute Si­cher­heit gibt es nun einmal nicht. Das sollte man in dieser Position wissen. Es geht wohl vorerst weniger um die Si­cher­heit der Besucher als mehr um die Ab­si­che­rung durch Verweis auf tech­ni­sche Normen, Standards und (wi­der­sprüch­li­che) Gutachten. Wenn die nun aber nicht mehr zeitgemäß sind oder sich der Besucher anders verhält, als vom Gutachter an­ge­nom­men? Die Si­che­rungs­kon­zep­ti­on hat hin­sicht­lich der Flucht­mög­lich­kei­ten in Pa­nik­si­tua­tio­nen in Stadien in der Regel zwei Mög­lich­kei­ten, sich nur auf eine zu kon­zen­trie­ren, ist zumindest fahr­läs­sig und läßt Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein vemissen. Die Stiftung Warentest sollte hin­sicht­lich ihrer Kompetenz - wenn sie sich schon auf einen kleinen Tei­be­reich der Si­cher­heit kon­zen­triert - sich nochmals in­ten­si­ver mit den möglichen Pa­nik­re­ak­tio­nen be­schäf­ti­gen, nur von Pa­nik­flucht aus­zu­ge­hen, ist zu einseitig. Viele Opfer reagieren auch mit Pa­nik­star­re und dies erfordert ganz andere Lösungen.
Es geht in der jetzt folgenden Aus­ein­an­der­set­zung nicht primär um den Hals des Chefs einer besonders be­trof­fe­nen Be­trei­ber­ge­sell­schaft, obwohl dieser wahr­schein­lich über­for­dert ist, oder um die anderen Ver­ant­wort­li­chen, es geht um das Leben und die Ge­sund­heit der Besucher. Daran sei nur erinnert. Zur tat­säch­lich ganz­heit­li­chen Si­cher­heits­lö­sung eines Stadions gehören neben den vorrangig kri­ti­sier­ten und wahr­schein­lich zu einseitig be­trach­te­ten baulichen Lösungen für Pa­nik­si­tua­tio­nen und Ter­ro­rer­eig­nis­se noch u. a. der klas­si­sche Ob­jekt­schutz mit per­so­nel­ler Bewachung und Über­wa­chun­gen sowie tech­ni­schen Ge­fah­ren­mel­de-​ und Schutz­sys­te­men, der per­so­nel­le und tech­ni­sche Ver­an­stal­tungs­schutz, der Per­so­nen­schutz für die VIP und Spit­zen­sport­ler, der Schutz der Hoch­si­cher­heits­be­rei­che als autonome Zonen, der Ha­va­rie­schutz, die si­cher­heits­re­le­van­ten Verkehrs-, Ver­sor­gungs-​ und Trans­port­lö­sun­gen, der Um­welt­schutz, der Da­ten­schutz usw. Insoweit erfassen die Un­ter­su­chun­gen wahr­schein­lich ohnehin nur Teil­be­rei­che - zu einseitig oder schon er­schre­ckend aus­rei­chend? Auffällig ist al­ler­dings, das über die Pa­nik­ver­mei­dung und Pa­nik­re­gu­lie­rung nichts ausgesagt wird. Erinnert sei nur an die ver­häng­nis­vol­len Fehler beim Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen­brand auf diesem Gebiet.
Es wird immer Risken geben, die als Rest­ri­si­ken bei Groß­ver­an­stal­tun­gen zu ak­zep­tie­ren sind. Ob dieser Zustand bereits erreicht ist, muss wohl noch an­ge­zwei­felt werden, siehe auch 4) und 5). Dabei sind die per­so­nel­len Risiken durch Abstriche an die Mi­ni­mal­be­fä­hi­gung der Si­cher­heits­kräf­te noch gar nicht ana­ly­siert.
FIFA mahnt mehr Si­cher­heit bei Fuss­ball-​WM 2006 an - Kritiken be­rech­tigt?
Nach Pres­se­in­for­ma­tio­nen soll die FIFA bei den Or­ga­ni­sa­to­ren der Fuss­ball-​Welt­meis­ter­schaft 2006 eine Über­prü­fung von Si­che­rungs­kon­zep­ten angemahnt haben. Ein der­ar­ti­ger Vorgang im­pli­ziert zwangs­läu­fig, dass Si­cher­heits­män­gel fest­ge­stellt wurden. Einige waren wohl auch weltweit im Fernsehen zu sehen. Wir sprechen hierbei al­ler­dings nur über die noch be­schei­de­nen Tests in den ver­gan­ge­nen Monaten. In der "heissen Phase" kommen dann noch ca. 1 Million aus­län­di­sche Gäste und mehrere tausend be­glei­ten­de Ver­an­stal­tun­gen hinzu. Allein in der Bun­des­haupt­stadt Berlin sollen über 600 hoch­ka­rä­tig besetzte Ver­an­stal­tun­gen, die nicht in Ver­ant­wor­tung der FIFA stehen, von Sponsoren, globalen Un­ter­neh­men und deutschen Firmen parallel durch­ge­führt werden, oftmals mit den ge­fähr­de­ten Personen, die in den Stadien besonders zu schützen sind. Für alle gilt es dif­fe­ren­ziert je nach Ge­fähr­dungs­la­ge Si­cher­heit zu schaffen und die Konzepte der Ver­an­stal­tun­gen ein­schließ­lich Un­ter­brin­gung in das ter­ri­to­ria­le Ge­samt­kon­zept der WM ein­zu­ord­nen, denn es gibt viele Wege für Ter­ro­ris­ten, or­ga­ni­sier­te Kri­mi­nel­le und Stalker zum Ziel.
An dieser Stelle wurde bereits seit Anfang 2005 zweimal auf Probleme beim Si­cher­heits­kon­zept der Fuß­ball-​WM und deren Umsetzung hin­ge­wie­sen. Zuerst ging es um eine zu hohe Ver­all­ge­mei­ne­rung, die De­le­gie­rung der Ver­ant­wor­tung auch auf Or­ga­ni­sa­to­ren, die bereits bei Bun­des­li­ga­spie­len Probleme hatten und um die nicht aus­rei­chend in­te­grier­ten privaten Si­cher­heits­un­ter­neh­men sowie zuletzt um Abstriche an die Qua­li­fi­zie­rungs­an­for­de­run­gen der in den Stadien und den Vor­be­rei­chen ein­ge­setz­ten privaten Si­cher­heits­kräf­te. Die Zeit wird knapp!