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Der Ton gegenüber dem deutschen Si­cher­heits­ge­wer­be wird rauher - auch in den Ver­öf­f­ent­li­chun­gen der bran­chen­ei­ge­nen Fach­zeit­schrif­ten durch freie Jouna­lis­ten und der über­re­gio­na­len Presse. Dabei geht es nicht mehr nur um die Häufungen wirt­schafts­kri­mi­nel­ler Delikte beim Geld- und Wert­trans­port, sondern auch um frag­wür­di­ge Methoden der Auf­trags­ge­stal­tung und -​er­fül­lung im gesamten Gewerbe, besonders im Be­wa­chungs­be­reich und Ver­an­stal­tungs­schutz.

Im Kern wird die Frage for­mu­liert, ob und wieviele Un­ter­neh­men des Si­cher­heits­ge­wer­bes bereits selbst kri­mi­nel­le Methoden einsetzen oder zumindest am Rande der Legalität arbeiten, um zu überleben oder Erträge zu ma­xi­mie­ren.

Wie beim Geld- und Wert­trans­port finden wir beide Rich­tun­gen als Motiv, den blanken Exis­tenz­kampf und die Pro­fit­ma­xi­mie­rung zu Lasten der un­ter­be­zahl­ten An­ge­stell­ten. Diese Dis­kus­si­on vertieft den Image­scha­den, den der Geld- und Wert­trans­port ein­ge­lei­tet hat. Dabei werden bei den Auf­rech­nun­gen der Delikte schon "freund­li­cher­wei­se" einige Un­ter­schla­gun­gen des ver­gan­ge­nen Jahres übersehen. Eine Trend­wen­de in der Auf­trags­ver­ga­be im Geld- und Wert­trans­port ist vorerst nicht sichtbar. Derzeit werden die Verträge für das kommende Jahr ver­han­delt. Nach internen In­for­ma­tio­nen sind die HE­ROS-​Prei­se mit ge­ring­fü­gi­gen Mo­di­fi­zie­run­gen nach wie vor besonders im Handel ein an­ge­streb­ter Richtwert. Die Dif­fe­ren­zen zwischen Selbst­kos­ten mit normalem Über­schuss und Kun­den­vor­stel­lun­gen liegen oftmals bei ca. 30%. Die prak­ti­schen Aus­wir­kun­gen der Ak­ti­vi­tä­ten der Bun­des­bank in der Geld­be­ar­bei­tung als Dienst­leis­tung im Wett­be­werb mit den ge­werb­li­chen Un­ter­neh­men sind dabei noch nicht einmal be­rück­sich­tigt. Dieser Wett­be­werb wird jedoch zukünftig bisherige Quer­fi­nan­zie­run­gen aus­schlie­ßen. Al­ler­dings ist dazu fest­zu­hal­ten, dass diese Angebote in der Geld­be­ar­bei­tung im Gegensatz zu den Bil­ligst­prei­sen beim Geld­trans­port nicht zwangs­läu­fig zu Qua­li­täts­min­de­run­gen führen, sie wirken "nur" ruinös und stim­mu­lie­ren kri­mi­nel­les Denken im Über­le­bens­kampf.

Parallel gelangen die Nied­rigst­prei­se im rest­li­chen Gewerbe, besonders die sich häufenden Löhne unter 5,00 €uro die Stunde in der Bewachung, jetzt auch in den Alt­bun­des­län­dern, in´s Visier der Presse. Auch in Köln kann man nunmehr für 4,60 €uro bewachen, natürlich mit IHK-​Sach­kun­de­prü­fung. Das ist auch eine Form der Ost-​West-​An­pas­sung! Ein aktuelles Angebot in Berlin für eine Fachkraft für Schutz und Si­cher­heit mit IHK-​Be­rufs­ab­schluss liegt bei 4,35 pro Std., nötig wären über 9,00 Euro in Abgenzung zur Werk­schutz­fach­kraft. Al­ler­dings ist nicht nach­voll­zieh­bar, warum jüngste Ta­rif­ver­trä­ge diesen nunmehr 4 Jahre alten Be­rufs­ab­schluss immer noch nicht enthalten.

Die in der Presse gezogene Ver­bin­dung zwischen Nied­rigst­ver­gü­tung und Ab­stri­chen an der Qualität in der Leis­tungs­aus­füh­rung ist nicht zu wi­der­spre­chen. Verbunden damit sind in der Regel Ver­trags­ver­let­zun­gen (Einsatz min­der­qua­li­fi­zer­ten Personals, Re­du­zie­rung der ver­ein­bar­ten Stunden, ge­wer­be­recht­li­che Verstöße usw.) gegenüber den Kunden, die eine Voll­eis­tung für eine in­ak­zep­ta­ble Vergütung erwarten. Un­ab­hän­gig von der per­sön­li­chen Mo­ti­va­ti­on und der Qua­li­fi­ka­ti­on wirken sich die in der Regel mehr als 220 Stunden pro Monat durch­schnitt­li­che Dienst­zeit zwangs­läu­fig auf die Qualität aus. Das führt wiederum zu Problemen bei der Dienst­durch­füh­rung und zu immer kürzeren Perioden der Ver­trags­bin­dung. Dazu kommen die wachsende Zahl von Ein­zel-​Un­ter­neh­mern als Sub­un­ter­neh­mer, die ganz­heit­li­che Lösungen objektiv nicht zulassen. Laufende Fort­bil­dun­gen zur Vor­be­rei­tung auf die IHK-​Sach­kun­de­prü­fung err­rei­chen schon einmal bis zu 10% Anteil zu­künf­ti­ge selb­stän­di­ge Ein­zel­un­ter­neh­mer mit Ziel­be­reich Bewachung, Ver­an­stal­tungs­schutz und Türsteher. Die re­strik­ti­ve För­der­pra­xis der Agenturen für Arbeit und Jobcenter ver­rin­gert übrigens schritt­wei­se das Potential ba­sis­qua­li­fi­zier­ter Si­cher­heits­kräf­te am Markt, die Un­ter­rich­tung gewinnt wieder an Bedeutung. Diese Ent­wick­lung ist un­be­frie­di­gend. Einer Kri­mi­na­li­sie­rung des Gewebes ist sicher zu wi­der­spre­chen, aber kri­mi­nel­le und unseriöse Methoden bei der An­ge­bots­ge­stal­tung und Auf­trags­aus­füh­rung - in einer Zeit­schrift als "auf der Kante" kal­ku­liert be­zeich­net - als Folge dieser Ent­wick­lung treten leider auf.