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Letzte Überfälle am 29.06. und 05.07.2010 auf Geld­trans­por­ter und deren be­waff­ne­te Be­sat­zun­gen in Eus­kir­chen und Solingen sowie brutalste Überfälle im eu­ro­päi­schen Ausland in den letzten Wochen mit Toten und er­heb­li­chen Beuten verweisen auf eine wachsende Ge­fähr­dung von Geld­trans­por­ten. Auf­fal­lend ist, dass auch mit Waffen aus­ge­führ­te Überfälle kaum noch das Interesse der über­re­gio­na­len Presse finden.
Bei allen Über­fäl­len kamen Waffen zum Einsatz. Während in Eus­kir­chen der Überfall mit einer Beute von ca. 250.000 Euro aus Tä­ter­sicht er­folg­reich verlief, konnte in Solingen das be­schos­se­ne und be­schä­dig­te Fahrzeug trotz zer­schos­se­ner Reifen entkommen.

Besonders Eus­kir­chen gibt zu denken, weil die be­waff­ne­ten Geld­trans­por­teu­re keinen Wi­der­stand leisteten und of­fen­sicht­lich euch keine anderen tech­ni­schen Mittel nach dem Aus­lie­fern der Trans­port­be­häl­ter ausgelöst wurden, um entweder zu alar­mie­ren und/oder das Geld un­brauch­bar zu machen. Das gehört aber laut Bran­chen­ver­band heute zum Si­cher­heits­stan­dard, Auskünfte darüber wurden jedoch bisher nicht gegeben. Diese Tat war gut vor­be­rei­tet, min­des­tens 2 Fluch­fahr­zeu­ge standen zur Verfügung, von denen eines ab­ge­brannt wurde.

Besonders in Zeiten von Wirt­schafts­kri­sen ist mit einer Zunahme von auf Bargeld und Wert­ge­gen­stän­den ge­rich­te­ten Delikten zu rechnen. Aufgrund um­fang­rei­cher Mass­nah­men der Ban­ken­si­cher­heit und geringer Bar­geld­be­stän­de in Bank­fi­lia­len sind die Geld­trans­por­ter oft noch der einzige Ort relativ um­fang­rei­cher Bar­geld­be­stän­de, mit auf­ga­ben­be­ding­ten dif­fe­ren­zier­ten Mög­lich­kei­ten für Überfälle auch mit ger­min­der­tem Risiko für die Täter. Insoweit müssten ei­gent­lich die Zu­griffs­mög­lich­kei­ten auf diese Trans­por­te kon­se­quen­ter ein­ge­schränkt werden. Dies kann nur durch ganz­heit­li­che Lösungen erfolgen, die qua­li­fi­zier­tes und aus­rei­chen­des Personal, sichere Trans­port­fahr­zeu­ge und Trans­port­mit­tel mit wirksamen In­for­ma­ti­ons-​ und Schutz­me­cha­nis­men sowie aus­rei­chend qua­li­fi­zier­te Ablauf- und Lo­gis­tik­kon­zep­te be­inhal­ten. Diese An­for­de­run­gen erfordern einen be­stimm­ten Min­dest­auf­wand, der höher ist, als aktuell an­ge­nom­men und den Kleinst­un­ter­neh­men kaum leisten können.

Die in Deutsch­land bereits an­ge­dach­ten 1-​Per­so­nen-​Trans­port­lö­sun­gen verbieten sich damit ei­gent­lich, ebenso die nur teilweise und leicht­ge­pan­zer­ten Fahrzeuge. Die Kon­zen­tra­ti­on auf nur einen Be­stand­teil eines Trans­port­si­che­rungs­kon­zep­tes, in Deutsch­land wohl zukünftig auf in­tel­li­gen­te Trans­port­be­hält­nis­se, wird nicht aus­rei­chen. Ab­schre­ckung setzt auch Kenntnis darüber voraus, was zu erwarten ist an Ab­wehr­maß­nah­men. Die Ver­brei­te­rung der Tä­ter­grup­pen und deren Zunahme an Ri­si­ko­be­reit­schaft erfordert nach wie vor eine wirksame Einheit von per­so­nel­len und tech­ni­schen Maßnahmen, Defizite aktuell sind vorhanden. Dabei kann natürlich nicht ignoriert werden, dass auch die Auf­trag­ge­ber der Trans­por­te sich des Aufwandes für sichere Dienst­leis­tun­gen nicht aus­rei­chend bewußt sind und ihre Ent­schei­dun­gen noch immer vorrangig über den Preis treffen.

Zu den Ent­wick­lungs­be­rei­chen zählt eine aus­rei­chen­de Aus­bil­dung mit prak­ti­schem Training bereits vor dem ersten Einsatz, wie dies be­rufs­ge­nos­sen­schaft­li­che Regeln seit langem fordern. Nur die 40­stün­di­ge Un­ter­rich­tung und die be­hörd­li­che Waf­fen­sach­kun­de­prü­fung, heute immer noch die Regel, reichen nicht aus, auch wenn damit die formalen Kriterien erfüllt sind. Not­wen­di­ge Mehr­ta­ge­schu­lun­gen mit Fahr­zeu­gen und Trans­port­tech­nik werden jedoch durch die Fach­un­ter­neh­men kaum in Anspruch genommen. Noch immer dominiert die Ein­ar­bei­tung im Job, partiell ergänzt mit internen Schu­lun­gen. Da der Markt zwar Qualität fordert, aber diese nicht über die for­mal­recht­lich aus­rei­chen­den, praktisch aber un­zu­rei­chen­den Standards hinaus fi­nan­zie­ren will, bleibt nur eine wirk­sa­me­re Re­gu­lie­rung der An­for­de­run­gen an Personal und Technik ein­schließ­lich der ge­wer­be­recht­li­chen Zugänge zur Gründung und Führung der­ar­ti­ger Un­ter­neh­men.

ISG-​Bil­dungs­zen­trum Berlin bietet unter anderem auch eine AZWV-​zu­ge­las­se­ne und damit neutral über­prüf­te Wei­ter­bil­dung im Geld- und Wer­t­­tran­s­­port unter dem Titel "Grun­d­la­­gen und Ba­­sis­­trai­­ning gem. BGR 135" an.