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Und wieder scheint ein Si­cher­heits­kon­zept Defizite zu of­fen­ba­ren, nicht beim Test, sondern beim Ernstfall und ver­ant­wort­lich scheint die Polizei, nur welche ist noch offen. Der Berliner schmun­zelt wohl noch, aber leider war es kein Stunt, sondern bitterer Ernst. Ein 3er BMW mit 20­jäh­ri­gem Fahrer und 17­jäh­ri­ger Bei­fah­re­rin durch­bricht Sams­tag­nacht diverse Sperren im Re­gie­rungs­vier­tel, Poller und Gitter mit "Wi­der­stands­wert" als me­cha­ni­sche Hin­der­nis­se gedacht, und landet nach einer über 10 m langen Flugphase in der Spree. Danach retten sich die Insassen unbemerkt selbst aus dem Fahrzeug und begeben sich in ihr Hotel zu einem Ni­cker­chen. Vorher meldeten sie den BMW als gestohlen. Alkohol und Drogen könnten eine Rolle gespielt haben, aber das ist ei­gent­lich unwichtig.

Wichtig ist wohl eher, dass erstens die me­cha­ni­schen Sperren diese An­nä­he­rung an Re­gie­rungs­ge­bäu­de nicht ver­hin­dert haben, zweitens of­fen­sicht­lich keine weitere si­che­rungs­tech­ni­sche Über­wa­chung, wie Vi­deo­ka­me­ras, diesen Angriff erfassten und meldeten und drittens weder Polizei noch anderes Si­cher­heits­per­so­nal in diesem über­wach­ten Bereich zur Stelle waren sowie viertens die Auf­de­ckung des Deliktes nicht zeitnah erfolgte. Eine Streife entdeckte Stunden später die Be­schä­di­gun­gen. Ei­gent­lich ist aber die Polizei permanent präsent und müßte derartige Delikte bereits im Vorfeld ver­hin­dern. Insoweit hatten die BMW-​In­sas­sen Glück im Unglück, bei solchen Vorfällen kann auch und müßte sogar ge­schos­sen werden, denn wer kennt zu dieser Zeit das wahre Ziel des Fahrers?

Die Berliner Zeitung vom 23.08.2010 hat den vorerst ge­schei­ter­ten Versuch gestartet, den oder die Ver­ant­wort­li­chen zu ermitteln: Die Bun­des­po­li­zei sei für die Si­cher­heit des Bun­des­kanz­ler­am­tes ver­ant­wort­lich. Die sieht die Ver­ant­wor­tung bei der Bun­des­tags­po­li­zei, die Streifen einsetzen soll und der Bun­des­tags­ver­wal­tung zu­ge­ord­net ist. Die Bun­des­tags­ver­wal­tung verweist wiederum auf die Berliner Polizei, die wiederum auf die Bun­des­tags­po­li­zei verwies und sich den Vorfall nicht erklären kann. Ei­gent­lich kommt dann immer noch "Per­so­nal­man­gel".

Fazit: Wer auch immer Ver­ant­wor­tung trägt und das sollte sich doch ermitteln lassen, das Si­cher­heits­kon­zept oder dessen Umsetzung hat er­heb­li­che Defizite. Den entweder ist das Konzept lü­cken­haft oder bei der Umsetzung wurden Fehler in der Ab­lauf­or­ga­ni­sa­ti­on der po­li­zei­li­chen Über­wa­chung gemacht. Of­fen­sicht­lich sind auch die me­cha­ni­schen Wi­der­stands­wer­te im Konzept falsch bestimmt wurden, ein 3er BMW ist zu stoppen. Es gibt aber auch stärkere Fahrzeuge und dieser Zwi­schen­fall wird sicher im In- und Ausland sehr auf­merk­sam re­gis­triert und aus­ge­wer­tet werden. Gerade bei funk­tio­nal bedingten mehr­glei­si­gen Ver­ant­wort­lich­kei­ten hat eine ganz­heit­li­che Si­cher­heits­lö­sung große Bedeutung, um Lücken an den Schnitt­stel­len zu ver­hin­dern. Es wäre nicht erstmalig, dass ein Si­cher­heits­kon­zept die Achil­les­fer­se ist, weil die Ganz­heit­lich­keit der Gefahren und deren Be­herr­schung ebend nicht be­herrscht wurde (siehe Love­Pa­ra­de in Duisburg), un­ter­schied­li­che Ver­ant­wort­lich­kei­ten zu sehr die Lösungen do­mi­nier­ten. Ein Auto ist durch­ge­bro­chen und Keiner hat es bemerkt, es wäre auch eine andere Richtung, als die Spree, möglich gewesen. Man darf schmun­zeln, aber nicht zu lange.